Zuchtziel Arabo-Friesen


Äußere Erscheinung:

Farbe:
Die ursprünglichen Farben der Friesenrasse werden anerkannt, vorläufig    fast ausschliesslich Rappen und in Zukunft dann und wann auch  andersfarbige, z.B. Schimmel.
Möglichst keine Abzeichen, maximal Stern. Erwünscht sind keine unter normalen Umständen sichtbaren weißen Haare und/oder Pigmente.
Für Stichelhaare gibt es einen Abzug bei der Körung.

Behaarung:
Lange bis mittellange und volle Mähne, voller Schweif und  genügend Kötenbehang

Größe:    
Zwischen 155 cm und 170 cm Stockmaß (ohne Beschlag).
abhängig von Alter und Geschlecht.

Typ:
Sehr edles, korrektes, barock aussehendes Pferd, das in seiner Vielfalt verwendbar ist im höheren Reit - und Fahrsport.
Feiner Kopf mit großem ehrlichen Auge, gut  geformter Halsung und  plastischer langer Bemuskelung. Klare, gut geformte Gelenke, korrekte Gliedmaßenstellung, deutlicher Geschlechtsausdruck  bei Stuten und Zuchthengsten.
unerwünscht:
Plumpes, kaltblütiges, aber auch nicht zu feines Erscheinungsbild, grober Kopf, tonniger Rumpf, verschwommene Konturen, fehlender Geschlechtsausdruck.

Körperbau:
Harmonischer Körperbau im Quadrattyp.
Vorder- Mittel und Hinterhand sollten ungefähr gleich gross bemessen sein.
Hals mittellang, zum Kopf hin verjüngend, gute Ganaschenfreiheit,
nicht zu schweres Genick, lange und schräge Schulter,
ausreichende Brusttiefe, markanter, weit in den Rücken reichender Widerrist, gut bemuskelter nicht zu langer Rücken, der mit breiter Bemuskelung in der Kruppe übergeht.    
Lange, kräftig bemuskelte leicht schräge Kruppe mit langer Behosung.
Trockenes, korrektes Fundament mit großen klaren Gelenken,
Fesselung mittellang, gut geformte Hufe. Die Stellung der Extremitäten soll von allen Seiten korrekt sein; die Winkelung im Sprunggelenk soll ca. 150 Grad betragen, die Zehenachse soll in einem Winkel von 45 bis 50 Grad zum Boden sein.
unerwünscht:    Unharmonischer  Körperbau,
kurzer und schwerer oder tief angesetzter Hals mit engen Ganaschen und schwerem Genick, schwerer Kopf, Kurze, steile Schulter, wenig markanter Widerrist, kurzer oder langer tiefer und/oder weicher Rücken, feste oder aufgewölbte Nierenpartie, kurze, gerade oder abgeschlagene Kruppe, hoher gerader Schweifansatz geringe Brusttiefe mit aufgezogenen Flanken, runde Rippe.
Schmale geschnürte oder wenig markante Gelenke,
steile und schwache Röhren, steile oder überlange Fesselung,
kleine Hufe, Trachtendeformationen, ebenso alle Stellungsfehler wie zehenweit, und -eng. bodenweit und -eng, rück- und vorbiegig, Säbelbeinigkeit, kuhhessige oder fassbeinige Stellung, Bärentatzigkeit.

Bewegungsablauf:

Grundgangarten:
Die Gänge müssen einen elastischen Eindruck machen.
Der Trab soll nicht überbewertet werden, sondern alle drei Gangarten
sind gleich zu bewerten.
 
Schritt:
Der Schritt muss nicht nur raumgreifend, taktrein und korrekt (nicht schlurfend) sein, sondern auch schnell genug, damit im Sport eine
Mindestgeschwindigkeit von 7 km/Stunde ohne Probleme erreicht wird.

Trab:
Dynamisch, taktrein, schwungvoll, mit genügend "Knieaktion", aber vor
allem raumgreifend mit natürlicher Aufrichtung und Balance. Der Schub soll erkennbar aus der Hinterhand über einen locker schwingenden Rücken auf die frei aus der Schulter vorgreifende Vorhand getragen werden.

Galopp:
Der Galopp soll ein schöner runder Aufwärtsgalopp sein, damit der
Arabo-Friese sich als Dressurpferd ebenso gut  eignet, wie ein Warmblut - Dressurreitpferd.
Galoppwechsel sollten bei trainierten Pferden kein Problem sein.

Wichtig bei den Grundgangarten ist die schnelle Umschaltung von versammelter in arbeits - und verstärkte Gangarten und in diesem Zusammenhang muss die Sensibilität vom Pferd vorhanden sein, auf die Hilfen vom Reiter/Fahrer schnell zu reagieren. (Reaktionsvermögen)

unerwünscht:    Kurze, zu flache,  unelastische oder taktunreine Bewegungen, fester Rücken.
Schwerfällige, auf die Vorhand gehende, schwankende, bügelnde, drehende, weite oder enge Bewegungen.

Charakter, Gesundheit

Charakter:
Umgängliches, charakterlich einwandfreies, unkompliziertes, nervenstarkes und zuverlässiges Pferd, das bestens für den Reit- und Fahrsport geeignet ist.
Seine Charakterstärke und sein ausgeglichenes Temperament sollen erkennbar sein. Ein gut gearbeiteter Arabo-Friese soll nicht all zu schnell aufgeregt werden können von äusseren Einwirkungen oder Lärm.
Der Arabo-Friese muss eine sehr grosse Arbeitswilligkeit zeigen, immer einsatzbereit und ausdauernd sein, mit genügend Härte. Er soll intelligent sein mit schnellem Reaktionsvermögen im Einsatz, eine grundsätzliche kooperative Einstellung haben und schnell begreifen was er tun soll. Dadurch ist er ein unkompliziertes Gebrauchspferd, bei dem jedermann Freude an der Arbeit hat. Er muss auch  im sportlichen Gebrauch so leistungsfähig sein, dass er mit anderen Warmblutrassen konkurrieren kann. Es muss der Eindruck entstehen, dass die Arbeit keine schwere Belastung für ihn ist, sondern mit Freude gemacht wird.
Deutliche Zuneigung und Vertrauen zum Menschen muss vorhanden sein.
unerwünscht:    Im Umgang schwierige, nervöse, bösartige, dumme Pferde, oder Pferde, die ihre hohe Intelligenz dazu verwenden sich der Arbeit zu entziehen,  wenn sich der Ausbilder oder Reiter/Fahrer nicht durchsetzen kann. (weil ihm vielleicht die Erfahrung oder die Kraft fehlt).

Gesundheit:
Robuste Gesundheit,  gute physische und psychische Belastbarkeit, gute Fruchtbarkeit und das Freisein von Erbfehlern. Es ist besonders darauf zu achten, dass keine Kniescheibenluxation besteht. Die Gliedmaßen     sollen trocken und fein genug sein und frei von allzu schnell aufkommender Arthrose, OCD, usw.
    
Bei Körungen oder Zuchtschauen können die Grundgangarten Schritt und Trab an der Hand auf hartem und weichem Boden überprüft werden.
Freilaufen in den drei Gangarten erfolgt auf weichem Boden oder geeignetem Naturboden. Bandagen, Gamaschen u.ä. sind nicht erlaubt.
    
Sportliche Veranlagung:

Der Arabo-Friese soll deutlich eine Leistungsfähigkeit und sportveranlagungen besitzen, die auf dem Niveau von Warmblutpferden liegt.

Zuchthengste sollen ihre sportlichen Qualitäten in der Praxis bei offiziellen Turnieren gegen alle anderen Rassen nachweisen. Die Beurteilung obliegt dem Zuchtrat. Erst nach positiver Beurteilung und erst bei nachgewiesener Leistung im Sporteinsatz,  kann die Deckbeschränkung aufgehoben werden.

Die Hengste sollen Friesenblut mit bekannter Leistungsstärke führen, aus Eltern stammen, die einen hohen Sportindex haben, oder aus alten bekannten Leistungs-Blutlinien abstammen, damit auch genetisch eine bestimmte stabile Veranlagung gewährleistet ist.
Allein eine gute Leistung von einem Hengst im Sport kann also nicht ausreichen, um als Zuchthengst ohne Deckeinschränkung eingesetzt zu werden. Ein solcher Hengst kann aber über Probesprünge ausgetestet werden, damit man an der Nachzucht sehen kann, ob er seine guten, sportlichen Eigenschaften weitervererbt.
Es wird bei der Selektion und Zuchtbuchführung sorgfältig darauf geachtet, dass nur diejenigen Arabo-Friesen im Hauptbuch vom Stammbuch eingetragen werden,  die ein höheres Leistungsvermögen gewährleisten.